Die Impfung ist eine vorbeugende Maßnahme gegen verschiedene
Infektionskrankheiten und wird deshalb auch Schutzimpfung genannt.
Man unterscheidet aktive Impfung und passive Immunisierung.
Bei einer aktiven Impfung – auch Vakzination genannt – wird der Impfstoff (Vakzine)
in Form abgeschwächter, abgetöteter oder fragmentierter Krankheitserreger oder deren
Toxine in den Körper eingebracht. Ziel dieser Impfung ist es, das körpereigene
Immunsystem zur Bildung spezifischer Antikörper anzuregen und so eine spezifische
Immunität gegen die entsprechende Infektionskrankheit zu bewirken.
Bei einer passiven Impfung hingegen wird mit Impfserum geimpft, welches die
spezifischen Antikörper (Immunglobuline) gegen den betreffenden Krankheitserreger
oder dessen Toxin bereits in hoher Konzentration enthält. Es stehen Impfstoffe gegen
eine Vielzahl von viralen und bakteriellen Infektionskrankheiten bereit.
Neben der individuellen Immunität des Einzelnen können hohe Durchimpfungsraten
zusätzlich zu einer kollektiven Immunität der Gesamtbevölkerung beitragen, weil je nach
Reservoir der entsprechenden Erreger die Zirkulation innerhalb einer Population
verringert oder gar gänzlich unterbrochen werden kann. Hierdurch werden dann auch
nicht geimpfte Personen (Säuglinge, immundefiziente Patienten u. a.) vor diesen
Krankheiten geschützt, obwohl sie selbst nicht dagegen immun sind.
Umfassende Impfprogramme haben seit Mitte des 20. Jahrhunderts wesentlich zur
Reduktion verschiedener Infektionskrankheiten beigetragen.
Durch die so genannte „Impfmüdigkeit“, d.h. die bewusste Ablehnung oder auch
Vernachlässigung der empfohlenen Schutzimpfungen, treten manche Krankheiten wieder
vermehrt auf. Eine weitere Ursache der Impfmüdigkeit liegt neben der Impfkritik in der
großen Wirksamkeit der Impfungen selbst begründet. Zahlreiche Krankheiten, die vor
wenigen Generationen noch weit verbreitet und gefürchtet waren, haben heute ihren
Insbesondere werden häufiger die Termine zur Nachimpfung nicht wahrgenommen.
Deshalb kommt es immer wieder zu lokalen Epidemien von Infektionskrankheiten,
zum Beispiel in Nordrhein-Westfalen 2006 zu einer Masern-Epidemie mit über
2000 Erkrankten.Daher ist es erklärtes Ziel der Gesundheitsbehörden,
die Grundimmunisierungen und Auffrischimpfungen flächendeckend durchzuführen,
um den Impfschutz der Bevölkerung aufrechtzuerhalten.